Gesundheit

1. Ist Dampfen gesund?

Zunächst ist festzustellen, dass Sie auch bei der E-Zigarette keinen reinen Wasserdampf oder frische Waldluft inhalieren. Die Bestandteile des Dampfes sind Luft, Propylenglykol, pflanzliches Glyzerin, Wasser, Lebensmittelaromen und ggf. Nikotin. Auch ist es denkbar, dass Bestandteile des Verdampfers (Heizdraht) oder des Dochtes in den Dampf geraten. Folglich wäre es stets die bessere Lösung, das Rauchen komplett aufzugeben.



2. Ist die E-Zigarette ein Mittel zur Raucherentwöhnung?

Nein, jedenfalls nicht im medizinischen Sinne. Zwar ist nachgewiesen, dass Dampfen die Entzugserscheinungen und das Verlangen nach einer Tabakzigarette verringern, jedoch steigt man nicht aus, sondern um; nämlich von Rauch auf Dampf. Mittel zur Raucherentwöhnung sind meist Nikotinersatzpräparate und in Apotheken erhältlich, oft in Form von Spray, Pflaster oder Kaugummi.



3. Welche gesundheitlichen Risiken bestehen im Vergleich zum Rauchen?

Dampfen ist eine vergleichbar junge Erscheinung und es gibt noch keine Langzeitstudien. Es kann niemand verbindlich darüber Auskunft geben, ob es nicht doch Langzeitfolgen geben könnte. Im Gegensatz dazu ist unstrittig, welche umfangreichen Risiken von der Tabakzigarette ausgehen, was heute auch auf jeder Zigarettenschachtel zu lesen ist.

Um dies zu verdeutlichen:
Angenommen, Sie könnten sich vor einer Flugreise zwischen zwei Flugzeugen entscheiden. Auf einem der Flugzeuge steht ein Warnhinweis, dass die Tragflächen abfallen können. Bei dem anderen Flugzeug ist derartiges nicht bekannt. Wo steigen Sie ein?

Die Bestandteile des Dampfes sind weitgehend klar und allesamt zugelassen für die Lebensmittel-, Kosmetik- und/oder Pharmaindustrie (Ausnahme: Nikotin). Da hier nichts verbrannt wird, entstehen auch keine neuen Stoffe. Im direkten Vergleich zwischen Rauchen und Dampfen fällt auf, dass die Bestandteile des Liquids alle auch im Tabak enthalten sind (Propylenglykol, Glyzerin, Aromen, Nikotin). Während jedoch die Zusammensetzung des Dampfes der E-Zigarette im Vergleich zum Tabakrauch extrem übersichtlich ist, kann man dies vom Rauch einer gewöhnlichen Zigarette nicht sagen.

Wollte man auflisten, welche Bestandteile des Tabakrauches NICHT im Dampf einer E-Zigarette vorkommen, wäre dies eine Liste mit deutlich über 9.000 chemischen Verbindungen. Laut Wikipedia können bei der Analyse bis zu 9.600 chemische Verbindungen im Tabakrauch identifiziert werden. Darunter so bekannte gesundheitsgefährdende Bestandteile wie Kohlenmonoxid (CO) und Kondensat (Teer). Dies wird in der folgenden Tabelle veranschaulicht:



Bestandteile

Tabakzigarette E-Zigarette/ Liquid
Kondensat (Teer)

Ja Nein
Kohlenmonoxid

Ja Nein
Nikotin

Ja
(in gebundener und ungebundener Form)
Ja/Nein
(je nach Liquid, nur in gebundener Form)

Aromen

Ja Ja
(nur für Lebensmittel zugelassene Aromen, wie etwa im Joghurt)

Propylenglykol

Ja Ja
Glyzerin

Ja Ja
(Pflanzliches Glyzerin)

weitere Bestandteile

über 9.500
weitere chemischen Verbindungen, von denen zahlreiche nachweislich als toxisch (giftig) gelten
einige Stoffe
die entweder ohnehin in der Atemluft des Menschen enthalten sind oder nahe der Nachweisbarkeitsgrenze weit unterhalb von Grenzwerten liegen


Tabelle: Vergleich der Inhaltstoffe zwischen Tabakzigarette und E-Zigarette


In einer Übersichtsarbeit (von Prof. Dr. med. Dennis Nowak, PD Dr. rer. nat.Rudolf A. Jörres und Dr. med. Tobias Rüther - alle Universität München) veröffentlicht in "Deutsches Ärzteblatt" vom 16. Mai 2014 gibt es einen noch präziseren Vergleich:

Vergleich Zigarette & E-Zigarette


Fazit:
  • Der E-Zigarette konnten bis heute keine gesundheitlichen Risiken nachgewiesen werden, Langzeitstudien stehen jedoch noch aus.
  • Kohlenmonoxid, Teer sowie extrem viele andere toxische Stoffe der Tabakzigarette sind im Dampf der E-Zigarette nicht enthalten.
  • Die E-Zigarette enthält hingegen nichts, was nicht auch in der Tabakzigarette enthalten wäre.
Es spricht nach aktuellem Kenntnisstand alles dafür, dass die E-Zigarette zumindest erheblich weniger gesundheitliche Risiken birgt, als der Konsum einer Tabakzigarette.



4. E-Zigarette / Dampfen und Schwangerschaft

Zunächst einmal ist Eines völlig klar: Jede Frau sollte während der Schwangerschaft besonders gesund leben. Dies führt dazu, dass viele Raucherinnen das Rauchen in dieser Zeit aufgeben (möchten). Tatsächlich schafft dies die Mehrheit der Raucherinnen (54 %*) jedoch nicht.

Nun steht auf den Tabakzigaretten ganz groß drauf, wie gefährlich diese sind. Bei E-Zugaretten und Liquid gibt es nicht selten den Hinweis: ‚Nicht während der Schwangerschaft …'.

Dies führt dann dazu, dass Frauen, denen der Rauchstoppversuch misslingt, dann folglich weiter Tabakzigaretten rauchen, weil die E-Zigarette ja auch ‚gefährlich' ist. Diese Schlussfolgerung ist jedoch völlig falsch. Denn an am Vergleich der Schadstoffinhalte (vgl. oben) zwischen Tabakzigarette und E-Zigarette ändert sich nichts, nur weil eine Schwangerschaft vorliegt.

Ein Leitfaden für rauchende Frauen in der Schwangerschaft könnte so aussehen:

  • Beste Lösung: totaler Rauchstopp und keine E-Zigarette
  • Zweitbeste Lösung: E-Zigarette mit nikotinfreiem Liquid
  • Drittbeste Lösung: E-Zigarette mit geringem Nikotingehalt (z.B. 6 mg/ml)
  • Viertbeste Lösung: E-Zigarette mit hohem Nikotingehalt (z.B. 18 mg/ml)
  • Schlechte Lösung: ‚viel weniger' Tabakzigaretten rauchen als bisher
  • Keine Lösung: weiter Tabakzigaretten rauchen wie bisher
* Jens Mellin: Schwangerschaft und E-Zigarette


5. Nichtraucherschutz

Das Gesetz zum Schutz der Nichtraucher betrifft nicht die E-Zigarette. Neben der formalen (rechtlichen) Tatsache, ist dies jedoch auch sachlich völlig in Ordnung, weil gesundheitliche Risiken bei der E-Zigarette für Nichtraucher/ Nichtdampfer nachweislich nicht vorhanden sind.

Unabhängig davon, dass die meisten gesundheitsgefährdenden Substanzen in der E-Zigarette ohnehin nicht vorhanden sind, gibt es auch keinen "Nebenstrom" wie bei der Zigarette. Genau dieser - nur bei der gewöhnlichen Zigarette vorhandene - Nebenstrom hat jedoch den Nichtraucherschutz erst ins Leben gerufen. Als Nebenstrom bezeichnet man den Rauch einer Zigarette, der direkt an der Glut aufsteigt, auch ohne dass ein Raucher an der Zigarette zieht.

Da der aktive Dampfer einen Teil des inhalierten Dampfes wieder ausatmet, gehen Wissenschaftler von der Existenz eines "Passivdampfes" aus. Dieser ist allerdings in der Raumluft kaum nachweisbar und weist vor allem nicht die giftigen und krebserzeugenden Inhaltsstoffe des Tabakrauches (vgl. Wikipedia) auf.

In Zusammenfassung der bestehenden Studien kann festgestellt werden, dass es keinerlei gesundheitliche Risiken für Personen gibt, welche indirektem Dampf von E-Zigaretten ausgesetzt sind (Passivdampf). Der Aufenthalt in einer Großstadt ist u.U. riskanter (z.B. wegen Feinstaub).







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